Nevisense – Eine sichere und innovative Methode zur Erkennung von malignen Melanomen

Selbst für die erfahrensten Ärzte ist es manchmal eine Herausforderung, mit malignen Melanomen (MM) zu tun zu haben. Das liegt daran, dass besonders im Frühstadium die klinischen Anzeichen wenig ausgeprägt sind und eine genaue Diagnose erschweren. Wir haben Nevisense in unserer Klinik eingeführt, um unser Leistungsangebot im Bereich Hautkontrolle zu erweitern – mit einem Gerät, das eine hohe Diagnosegenauigkeit bietet und unsere Mittel zur Früherkennung weiter verbessert.

Als Dermatologin ist mein Ziel, Hautkrebs bei meinen Patienten so früh wie möglich zu erkennen, insbesondere wenn es sich um maligne Melanome (MM) handelt. Ich arbeite seit rund 15 Jahre mit dem Dermatoskop, und kenne sowohl die Vorteile der Dermatoskopie als auch ihre Grenzen. Als ich im Rahmen des Kongresses Frankenthal zum ersten Mal von der Nevisense-Methode hörte, wollte ich sofort mehr über die Technologie und die Methode erfahren. Konnte dieses zusätzliche Diagnosegerät die Genauigkeit noch weiter verbessern und meine dermatoskopischen Bewertungen ergänzen?

Als Privatärztin verlangen meine Patienten Leistungen auf höchstem Niveau. Dazu gehören sowohl die Lage meiner Klinik als auch die dort beschäftigten Mitarbeiter und der Zugang zu neuesten Technologien. Den allergrößten Wert legen sie jedoch auf die bestmögliche medizinische Versorgung.

Grund für mein besonderes Interesse an diesem Thema ist meine zweijährige Tätigkeit am Fachklinikum Hornheide (Hauttumorzentrum) in Münster. Heute haben wir ca. 20 Patienten täglich, die uns aufsuchen, um eine Hautkontrolle durchführen zu lassen. Dank unserer über 20-jährigen Erfahrung im Bereich der Dermatologie und der Kombination aus visueller Standarduntersuchung und Dermatoskopie können viele Läsionen schnell und fachgerecht untersucht werden.

Trotz meiner langjährigen Erfahrung gibt es jedoch immer wieder Läsionen, deren Bewertung selbst für eine so qualifizierte Dermatologin wie mich nicht einfach ist. Und genau bei diesen Fällen hat sich Nevisense als gute Unterstützung bei der Diagnosestellung bewährt.

Meine klinische Erfahrung mit Nevisense

Bei uns kommt Nevisense immer dann zum Einsatz, wenn wir verdächtige Läsionen mithilfe der Dermatoskopie bewertet haben, aber nicht sicher sind, ob es sich um eine maligne oder nicht maligne Läsion handelt. In diesen Fällen liefert uns Nevisense einen Risiko-Score, den wir zusammen mit dem Ergebnis der visuellen Untersuchung bei unserer ärztlichen Entscheidungsfindung berücksichtigen.

Nevisense hat sich bei vielen Patienten als Unterstützung bei der Diagnosestellung bewährt. Bei einem Patienten, der viele unregelmäßige Läsionen hat, die allesamt eher verdächtig aussehen liefert mir Nevisense zum Beispiel weitere Informationen, um die Läsionen zu ermitteln, die exzidiert werden müssen. Einige Patienten haben Läsionen an Stellen, wo sie keine Narben haben möchten, vor allem im Gesicht. In solchen Fällen können unnötige Exzisionen ebenfalls vermieden werden.

In unserer Klinik haben wir mit Nevisense bei der Hälfte der Fälle eine Untersuchung durchgeführt und an jedem Patienten zwischen ein und drei Läsionen gemessen. Um die Effizienz unserer Arbeit zu erhöhen, wurden die zwischen drei und fünf Minuten dauernden Messungen von einer medizinischen Assistentin durchgeführt. Nevisense gibt einen sogenannten EIS-Score zwischen 0 und 10 aus, der Hinweise auf das Malignitätsrisiko liefert. Bei einem hohen EIS-Score wird die Läsion für gewöhnlich sofort exzidiert.

Laut den veröffentlichten klinischen Studien* werden benigne Läsionen mit einer Genauigkeit von 98 % NPV (negativer prädiktiver Wert) mit Nevisense (ein EIS-Score von 0 bis 3) erkannt. Dies bedeutet, dass wir diese Läsionen nicht exzidieren müssen. Laut dieser Studie wurden unnötige Exzisionen um 34 % reduziert. Da wir benigne Läsionen wirksam ausschließen können, verbessert sich die Genauigkeit unserer Diagnose und somit die Patientenversorgung. Somit kümmern wir uns nur um Läsionen, die einen gewissen Grad an verdächtigen Auffälligkeiten aufweisen. In Fällen, in denen die klinischen Anzeichen nach der Dermatoskopie eindeutige Hinweise auf ein Melanom liefern, messen wir nicht mit Nevisense sondern exzidieren die Läsion sofort.

Der größte Vorteil von Nevisense ist, dass das Gerät meine Entscheidung unterstützt und mir mehr Gewissheit darüber verschafft, ob eine Läsion zu exzidieren ist oder nicht. Gleichzeitig gibt es mehr Sicherheit, keine Melanome zu übersehen, und es erhöht die Chancen, dass maligne Melanome in einem frühen Stadium erkannt werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Methode für alle Hauttypen geeignet ist. In der Mehrheit der Fälle liefert uns die Untersuchung mittels Dermatoskopie und Nevisense genügend Informationen, um zu entscheiden, ob eine Läsion zu exzidieren ist oder nicht. Auf diese Weise erhalten unsere Patienten die bestmögliche Versorgung.

* Clinical performance of the Nevisense system in cutaneous melanoma detection: an international, multi-centre, prospective and blinded clinical trial on efficacy and safety.

British Journal of Dermatology, 2014 Nov; 171(5): 1099±1107

Joseph Malvehy, Axel Hauschild, Clara Curiel-Lewandrowski, Peter Mohr, Rainer Hofmann-Wellenhof, et al.